Die Fotografin Majada Aschraf habe in einem Außenbezirk der Hauptstadt Aufnahmen von schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Sicherheitskräften und bewaffneten Zivilisten gemacht, berichtete das Nachrichtenportal «ahram». Wer für ihren Tod verantwortlich ist, war zunächst nicht klar.
In Ägypten demonstrierten am Freitag an mehreren Orten erneut Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gegen die vom Militär unterstützte Regierung. Die Kundgebungen richteten sich gegen die Präsidentschaftskandidatur des vormaligen Militärchefs Abdel Fattah al-Sisi, der Mursi im Juli 2013 gestürzt hatte. Al-Sisi hatte bei der offiziellen Ankündigung seiner Kandidatur am Mittwoch alle bisherigen Militär- und Regierungsfunktionen niedergelegt.
Den leblosen Körper der 23-jährigen Fotoreporterin bargen nach Berichten von Augenzeugen extremistische Demonstranten. Das deutet darauf hin, dass die tödlichen Schüsse von der Polizei oder anderen Bewaffneten kamen. Häufig beteiligen sich Kleinkriminelle und Geheimdienstmitarbeiter in Zivil mit Schusswaffen an der Niederschlagung von Protesten gegen die Regierung. Sie kooperieren dabei mit der Polizei.